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Bergwerk Friedrich-Heinrich/RheinlandKamp-Lintfort

Im Spannungsfeld von Geschichte und Gegenwart

Für die bäuerlich strukturierten Landgemeinden begann Anfang des 20.Jahrhunderts eine neue Zeit. Der Steinkohlebergbau breitete sich nach Westen aus. Bohrungen ergaben, daß sich auch auf der linken Rheinseite, so auch unter dem Stadtgebiet von Kamp-Lintfort, Steinkohlefelder befanden. 1905 wurde mit dem Abteufen der Schächte begonnen und bereits 1912 nahm die erste Zeche in Kamp-Lintfort, die Schachtanlage Friedrich Heinrich, die Kohleförderung auf. Mit 50 Tonnen Förderung pro Tag lief das Werk an. Die Bevölkerungszahlen der Gemeinden Lintfort und Kamperbruch stiegen seitdem schnell an.

Mit dem Abbau von Steinkohle dringen die Bergleute immer weiter in das Innere der Erde vor. Mit zunehmender Tiefe nehmen Gebirgstemperatur und -druck zu. Das stellt höchste Anforderungen an Mensch und Technik. Der verantwortungsbewußte Umgang mit dem Rohstoff Kohle ist für die Bergleute seit jeher Aufgabe und Verpflichtung.

Die in Deutschland gewonnenen Kohlen entstammen dem Karbon, einem erdgeschichtlichen Zeitalter vor mehr als 300 Millionen Jahren. Die Lagerstätte stellt sich heute als Schichtenfolge von Kohlenflözen und verschiedenen Gesteinsschichten (Schieferton, Sandschiefer, Sandstein und Konglomeraten) dar. Die Flöze weisen verschiedene Mächtigkeiten (Dicken) auf und sind in unterschiedlichen Abständen abgelagert.
Dieses ursprünglich homogene Steinkohlengebirge unterlag im Laufe der Erdgeschichte verschiedenen gebirgsmechanischen Einflüssen. Die Folge waren tektonische Störungen in Form von Verwerfungen der Schichten von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren hundert Metern. Im Bereich des Bergwerks Friedrich Heinrich/Rheinland überlagert ein 150 bis 550 Meter mächtiges Deckgebirge das Steinkohlengebirge.

Das Grubenfeld erstreckt sich über 225 Quadratkilometer und ist durch die Großtektonik in mehrere Baufelder unterteilt. In diesen Feldern wurde und wird der Abbau im Laufe der Jahre in immer größere Tiefen geführt. Heute konzentriert sich die Steinkohlengewinnung in einer Tiefe von rund 900 Metern auf die Flöze Matthias bis Girondelle. Deren Mächtigkeit beträgt 0,8 bis 3,0 Meter.

Die auf dem Bergwerk Friedrich Heinrich/Rheinland gewonnene Kohle besitzt ausgezeichnete Eigenschaften: 30 Prozent flüchtige Bestandteile, sieben Prozent Asche und weniger als ein Prozent Schwefel; eine hervorragende Qualität zum Einsatz als Kokskohle zur Eisenerzeugung oder als Kesselkohle zur Stromerzeugung. Seit Aufnahme der Gewinnung wurden rund 250 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Für weitere Jahrzehnte stehen noch ausreichende, abbauwürdige Vorräte zur Verfügung. Diese durch Bohrungen, seismische Untersuchungen und bergmännische Aufschlüsse bestens erkundete Lagerstätte ist der Garant für die Zukunft des Bergwerks

 

Friedrich-Heinrich Allee 63
47475 Kamp-Lintfort
Tel.: 02842 / 57-1

Link:
Virtuelles Bergwerk

Gartensiedlung Kamp-Lintfort (intern)
Geologisches Museum (intern)