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Gnadenkapelle und Wallfahrt Kevelaer

Kevelaer hat eine ereignisreiche Vergangenheit. Ein wichtiges Datum in der Stadtgeschichte ist der 1. Juni 1642. An der Kreuzung der alten Handelsstrassen Amsterdam-Köln und Münster-Brüssel weihte der Pfarrer von Kevelaer einen Bildstock und setzte einen Kupferstich der Gnadenmutter von Luxemburg ein, beides Gaben des Handelsmannes Hendrick Busman. In den Jahren 1643 bis 1645 wurde dann die Kerzenkapelle gebaut, gleich darauf, über dem Bildstock, die sechseckige Gnadenkapelle, die 1654 fertiggestellt wurde.

Aus diesen Anfängen der Wallfahrt hat sich Nordwest-Europas größter Marienwallfahrtsort entwickelt, den in jedem Jahr fast 1.000.000 Gläubige besuchen. Die grossen und traditionellen Prozessionen sind ebenso herausragende Ereignisse in einem Kirchenjahr wie die glanzvollen liturgischen Feiern.

Durch den Besuch Papst Johannes Pauls II. im Jahre 1987 hat Kevelaer eine besondere Auszeichnung erfahren. Dies hat die Bedeutung Kevelaers als Wallfahrtsort unterstrichen und in hohem Masse zu seinem internationalen Ruf als Ort des katholischen Glaubens beigetragen.

Ziel der Wallfahrt ist die Gnadenkapelle mit dem Marienbild "Trösterin der Betrübten" (Consolatrix Afflictorum), die Kerzenkapelle und die Marienbasilika, die mit ihrem über 90 Meter hohen Turm das Stadtbild überragt. In ihr finden die grossen Pilgergottesdienste statt. In der Sakramentskapelle und in der Beichtkapelle hat der Pilger Gelegenheit zur stillen Einkehr. An die Zeit der Oratorianer erinnert das ehemalige Kloster aus dem Jahr 1647, das heutige Priesterhaus. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden die Pax-Christi-Kapelle und das Petrus-Canisius Haus erbaut.

Eine Reihe weiterer Bauwerke sind sichtbarer Ausdruck der Konzentration kirchlichen Lebens: Klarissenkloster, Provinzialmutterhaus der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, Provinzialat der Clemensschwestern, die Häuser der Franziskusschwestern, der Dominikanerinnen und der Brüdergemeinschaften der Canisianer.

Einen geschichtlichen Eindruck vermitteln die Kirchen aus der Vorwallfahrtszeit: die Kapelle in Keylaer, die Dorfkirchen in den Ortschaften und die Antonius-Kirche im Stadtkern, die Mittelpunkt der Bauernsiedlung war. Nach einem Brand im Jahre 1982 wurden der neugotische Chor und die wieder ergänzte Pfarrkirche von 1430 mit einem Neubauteil als verbindendes Bauelement wiederhergestellt.

Die Kirchen und Gemeindehäuser von weiteren in Kevelaer beheimateten Glaubensgemeinschaften runden das Bild konzentrierten kirchlichen Lebens ab.

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